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Berufliches Schulzentrum für Ernährung, Sozialwesen und Wirtschaft
des Erzgebirgskreises, Schneeberg/Schwarzenberg
 



Kreuz und Quer durch Schwarzenberg




Am Montag, den 16.06.2014 führten die Erzieherklassen des 1. Ausbildungsjahres EZ13 A und EZ13 B eine Stadtrallye im Ort Schwarzenberg im Rahmen des Lernfeldes 6, das Frau Grimm-Menzel unterrichtet, durch.

Während dieser Rallye konnten die angehenden Erzieher und Erzieherinnen vier verschiedene Jugendhilfeeinrichtungen besuchen und kennenlernen. Es handelt sich dabei um das Schulverweigererprojekt „Lift“ der Volkssolidarität „Westerzgebirge“ e.V. , den Schulclub der AWO Erzgebirge gGmbH an der Stadtschule Schwarzenberg, die mobile sozialpädagogische Familienhilfe der Volkssolidarität „Westerzgebirge“ e.V. und die mobile Jugendarbeit /Streetwork des Kreisjugendringes Erzgebirge e.V..

Die Stadtrallye sollte dazu dienen, einen Einblick in diese Arbeitsfelder zu erhalten und das im Lernfeld 6 theoretisch vermittelte Wissen besser zu verstehen und im späteren Berufsalltag anwenden zu können. Aufgeteilt in 4 Gruppen starteten wir 07:40 Uhr an der jeweils für die Gruppe vorgesehenen Station. Wir besuchten die Einrichtungen der Volkssolidarität Westerzgebirge am Jugendcenter Hofgarten, das Schulverweigererprojekt „Lift“ und das Streetworkprojekt sowie den Stadtschulclub Schwarzenberg. Angekommen bei der Volksolidarität Westerzgebirge im Jugendcenter Hofgarten wurden wir freundlich, aber bereits mit der ersten Aufgabe empfangen. Es sollten Paare gebildet werden. Einer der Partner bekam die Augen verbunden, der andere musste ihn nun nur anhand von Klopfzeichen durch die unbekannte Einrichtung lotsen.

Somit wurde uns der erste Grundbaustein des Sozialgesetzbuches VIII , § 31 „Erziehungsbeistand“ vermittelt - nämlich „Vertrauen“.
Weiterhin wurde uns vermittelt, dass es nicht wichtig ist, etwas für die zu betreuende Familie zu machen sondern mit ihr. Denn angestrebt werden Maßnahmen, die für die Familien Hilfen zur Selbsthilfe bieten, begleiten und unterstützen. Besonders unterstrichen wurde dies mit dem Zitat: „Wir beide gegen deine Probleme“.
Die Volksolidarität Westerzgebirge deckt unter anderem folgende Bereiche ab:
- sozialpädagogische Familienhilfe
- Erziehungsbeistand
- mobile Familienarbeit
- offene Jugendarbeit
- Schulverweigererprojekt „Lift“

Ein weiterer Anlaufpunkt der Stadtrallye war das Projekt „Lift“. Hierbei handelt es sich um ein Projekt für Schulverweigerer. Uns wurde erklärt, welche Gründe und Schwierigkeiten das Klientel bewegt, aus der Schule auszusteigen, aber auch, wie sich Schulverweigerung in ihren Anfängen bemerkbar macht. Im selben Haus befindet sich das Büro
der Streetworkerin Caroline Leers. Kita

Sie überraschte uns zunächst mit einer außergewöhnlichen Aufgabe. Wir sollten überlegen und zeichnen, wie wir uns ihr Klientel vorstellen und dabei Bezug auf Aussehen, Probleme, Hobbys und Familiensituation des Klientels nehmen. Auf Grundlage dieser Bilder verdeutlichte die Streetworkerin ihr Tätigkeitsfeld und ihre speziellen Aufgaben, aber erklärte uns auch, dass sie nicht ausschließlich für Problemfälle zuständig sei, sondern für alle Jugendgruppen im Bereich Schwarzenbergs und Umgebung. Dies weckte unsere Aufmerksamkeit, und es wurden viele Fragen hinsichtlich Finanzierung, Arbeitszeit und Konfliktbewältigung gestellt.

Weiter führte uns die Stadtrally zum Schulclub, welcher eine Besonderheit besitzt, denn er ist vormittags bis 14:00 Uhr ein normaler Schulclub für die Schüler der Ganztagesoberschule Schwarzenberg und nachmittags bis 18:00 Uhr ein öffentlicher Jugendclub für alle interessierten Kinder oder Jugendlichen nach §11 SGB VIII. Auch hier wurden uns zahlreiche interessante Informationen zum Tätigkeitsfeld übermittelt. Letzte Station für alle 4 Gruppen war erneut die Volkssolidarität Westerzgebirge, Jugendcenter Hofgarten. Es folgte eine Reflexion zur Gesamtveranstaltung, aber nicht, wie wir glaubten, ein langweiliges Wiederholen und Darlegen der vergangenen Stunden, nein es war ein abwechslungsreicher, stimmungsvoller Abschluss mit 4 neuen noch unbekannten Reflexionstechniken. Diese waren die Handmethode, die Streichholzmethode, die Smileskala und die Kerzen-Steinmethode. Jede Gruppe sollte sich für eine Technik entscheiden und nach kurzer Bedenkzeit ihre Reflexion vorstellen.

Fazit dieser Reflexionen:
Es war ein ereignisreicher, interessanter Tag, der das Gebäude aus Theorie mit Leben gefüllt hat. Die Aufteilung in kleine Untergruppen von maximal 10 Schülern ermöglichte den Fachkräften, individuell auf unsere Bedürfnisse und Fragen einzugehen und unser fachlich-pädagogisches Wissen zu erweitern. Diese Stadtrallye hat uns einen großen Einblick in den Arbeitsalltag der Sozialpädagogen ermöglicht. Dabei ist unser „Schubladendenken“ verloren gegangen und wir konnten anhand der Vielfalt an Informationen das Fachpersonal mit ihrer täglichen psychisch schweren Arbeit noch viel mehr wertschätzen lernen. Es war möglich, viele berufspraktische Erfahrungen zu gewinnen und uns mit pädagogischen Fachkräften auszutauschen. Des Weiteren haben wir mitgenommen, dass es in dem Bereich Jugendarbeit ( z.B. Schulverweigerer ) wichtig ist, individuelle und niedrigschwellige Ziele zu setzen, mit kleinen Ergebnissen zufrieden zu sein und dem Klientel es als Erfolg zu vermitteln.

Die beiden Erzieherklassen EZ13A und EZ13B bedanken sich herzlich bei den Organisatoren des Tages, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volkssolidarität „Westerzgebirge“ e.V., insbesondere bei Frau Georgi, sowie bei Frau Kath vom Schulclub der AWO und
der Streetworkerin Caroline Leers.

Lydia Kehrer ( EZ 13 A)
Denise Köhler ( EZ 13 B)
Sophie Zimmer ( EZ 13 A)